Die Geschichte hinter Paar-Yoga

Die Geschichte hinter Paar Yoga

Im Jahr 2021 habe ich etwas in mein Tagebuch geschrieben.

Keine Vision. Kein Plan. Nur eine Idee. Mehr nicht.

Damals wusste ich nicht, was daraus entstehen würde. Und ehrlich gesagt habe ich diesen Eintrag lange Zeit wieder vergessen.

Fünf Jahre später stehe ich hier.

Ich habe meinen sicheren Job gekündigt. Für etwas, das ich damals selbst kaum greifen konnte.

Dieser Text ist die Geschichte davon, wie Paar Yoga entstanden ist. Und warum es heute so viel mehr ist als Yoga zu zweit.

Ein paar Schritte zurück

2019 hatte ich gerade meine Yogalehrerausbildung in Indien abgeschlossen und begann voller Motivation zu unterrichten. Parallel dazu startete ich meinen ersten richtigen Job.

Dann kam 2020. Und mit ihm Corona.

Für viele war es eine herausfordernde Zeit. Für mich war sie besonders intensiv. Es gab schwere Krankheit in der Familie, viel Kampf, viel Hoffnung und eine große Überforderung. Ich hörte auf zu unterrichten. Verlor meine eigene Praxis. Verlor den Bezug zu meinem Körper.

Und genau in dieser Phase wurde ich Vater.

Es hat gedauert. Aber Schritt für Schritt kam ich zurück zu mir. Ich begann wieder mit den Dingen, die ich wirklich liebte. Unter anderem Yoga.

Im August 2023 war ich schließlich wieder bereit zu unterrichten.

Die Geburt von Paar Yoga

Im Februar 2024 wurde ich gefragt, ob ich einen Special Kurs für ein Kennenlern Event anbieten könnte.

Während ich diesen Kurs vorbereitete, erinnerte ich mich plötzlich an diesen alten Tagebucheintrag. Lose Gedanken. Erste Ideen für Partnerübungen. Ohne es bewusst zu planen, griff ich genau darauf zurück.

Ich stellte einfache, spielerische Übungen zusammen. Übungen zum Begegnen. Für alle machbar. Ohne sich zu nah zu kommen, die Teilnehmenden kannten sich ja noch nicht.

Der Kurs war ein voller Erfolg.

Und auch mir selbst machte es enorm viel Freude, so zu unterrichten.

Motiviert davon experimentierte ich weiter, gemeinsam mit meiner damaligen Partnerin. Und dann geschah etwas Entscheidendes.

In der Vertrautheit unserer Beziehung wurden aus den einfachen Übungen plötzlich tiefe, intime Momente zu zweit.

Ein Kopf, der abgelegt wird.

Eine Hand, die bleibt.

Ein Atem, der sich angleicht.

Plötzlich änderte sich alles.

Wir erlebten echte Begegnung. Tiefe Verbindung. Nicht erzwungen. Nicht peinlich. Nicht sexuell.

In unserem Wohnzimmer entdeckten wir das, was ich später Paar Yoga nennen würde.

Mir war sofort klar. Das ist mehr als Yoga zu zweit.

Ich begann zu recherchieren. Videos, Bücher, Kurse. Doch ich wurde enttäuscht. Acroyoga ja. Partner Yoga ja. Aber niemand mit dem Feingefühl für die subtilen, leisen Dinge, die diese Praxis so besonders machen.

Ich fand niemanden, den ich mir selbst als Lehrer gewünscht hätte.

Vom Wohnzimmer ins Studio

Um herauszufinden, ob das nur unsere Erfahrung war, lud ich ein befreundetes Paar ein. Ihr Feedback spiegelte exakt das wider, was wir selbst gespürt hatten.

Also ging ich einen Schritt weiter. Ein Kurs mit fremden Paaren.

Ich hatte große Zweifel. Würden sich Paare wirklich darauf einlassen?

Dann geschah etwas, das ich nie vergessen werde.

Die Paare tauchten ab. Jedes für sich. In ihre eigene kleine Blase.

Es war, als säße jedes Paar an einem eigenen Tisch in einem vollen Restaurant. Alles andere verschwand.

Die Verbindung war spürbar. Die Energie im Raum elektrisierend.

Nach diesem Kurs wusste ich. Das hier ist keine nette Yoga Variante. Das ist ein Raum, der vielen Paaren im Alltag fehlt.

Ein Raum für echte Begegnung.

Und in diesem Moment war mir auch klar. Es gibt kein Zurück mehr.

Paar Yoga nebenher zu machen wäre nicht ehrlich gewesen. Also traf ich eine klare Entscheidung. Ich gab meinen bisherigen Job auf, um Paar Yoga den Raum zu geben, den es braucht.

Nicht aus Leichtsinn.

Sondern aus Verantwortung.

Heute

Vor ein paar Tagen habe ich zufällig mein altes Tagebuch von 2021 wieder aufgeschlagen.

Und dort stand sie. Die Idee. Aufgeschrieben und vergessen.

Heute blicke ich zurück.

Vielleicht brauchte es einfach diese fünf Jahre, um hineinzuwachsen. Damit der Same reifen konnte. Und ich der Lehrer werden konnte, den ich mir damals selbst gewünscht hätte.

Und das Schönste daran?

Das ist erst der Anfang.

Schön, dass du hier bist.

Felix

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