Die Geburt von Paar-Yoga

Die Idee hinter Paar-Yoga entstand, wie so häufig im Leben, durch eine Anreihung von Zufällen. Im Februar 2024 wurde ich angefragt einen Yoga-Kurs für ein Kennenlern Event zu geben.

Ich dachte mir, Yoga alleine auf der Matte ist nicht fürchterlich kommunikativ. Vielleicht kann ich etwas anbieten, das etwas mehr Menschen zusammenbringt.

Was ich fand, waren einfache, spielerische Partner Yoga Übungen. Übungen für Begegnung. Für alle machbar. Witzig. Verbindend, kommunikativ und vor allem körperlich.

Der Kurs machte allen super viel Spaß und mein Ziel, Menschen locker in Kontakt zu bringen, war mehr als erreicht. Auch das Unterrichten in der Dynamik von Paaren war erstaunlich intuitiv für mich.

Es hat mich so in den Bann gezogen, dass ich begann weiter zu experimentieren. Gemeinsam mit meiner damaligen Partnerin probierten wir neue Übungen aus. Und dann geschah etwas, wo mir nur das wort “magisch” einfällt.

In der Vertrautheit unserer Beziehung veränderten sich die Übungen ganz von alleine. Wir folgten unserem Impuls. Änderten kleine Nuancen.

So wurde aus spielerisch, tief berührend. Aus gemeinsamem Stretching wurde bewusste Zweisamkeit.

Wirklich kleine Dinge verkörperten die veränderte Intention. Ein Kopf, der abgelegt wird. Eine Hand, die bleibt. Was vorher ganz nett war, wurde intensiv intim.

Nicht erzwungen. Nicht peinlich. Nicht sexualisiert. Einfach nackt und ehrlich.

In unserem Wohnzimmer entdeckten wir etwas, das mehr war als Yoga zu zweit. Und ich spürte, das hat das Potenzial für eine ganz eigene Praxis.

Ich begann zu recherchieren. Videos. Bücher. Kurse. Alles was ich finden konnte, studierte ich intensiv. Ich fand Acro Angebote. Ich fand klassische Partner Yoga Übungen. Ich fand moderne Tantra Interpretationen.

Was ich nicht fand, war Feingefühl für die leisen Momente.

Für die subtile Balance zwischen Nähe & Distanz. Für die Facettenreichheit der Übungen von spielerisch, herausfordernd, balancierend hin zu nah, intim, kuschelig, berührend.

Entweder war es aus meiner Sicht esoterisch überladen, nicht zugänglich, unästhetisch oder es fehlte an Tiefe, an Intensität, an Konzept.

Niemand, der verstand, dass man sich als Paar auf die Verbindung vorbereiten muss. Entweder man wird direkt reingeworfen, Eye Gazing auf Steroids, oder es fehlt an Momenten, die wirklich berühren können.

Niemand, der die Ehrfurcht oder den Respekt hatte für den Raum und Tiefe, den man dort öffnen kann.

Ein Beispiel: In einem klassischen Yoga Kurs bereiten wir unseren Körper auf die Peak Posen vor. Wärmen idealerweise die Muskeln auf, die wir dafür brauchen. Beim Paar-Yoga ist es ähnlich. Nur dass wir hier nicht mit Muskeln, sondern mit Vertrauen, Hingabe, Leichtigkeit, Führung, Nervosität, Unruhe, Offenheit… arbeiten. Ich nenne das gerne die Zutaten für Verbindung.

Manchmal geht man zum Kurs und man ist bereits ready. Solche Tage gibt es. Manchmal braucht es noch an Zutaten und Zeit. Darum geht es in der Praxis. Zu beobachten. Anzupassen. Bedürfnisse wahrzunehmen. Zu kommunizieren.

Es geht nicht darum, Verbindung und schöne Momente zu erzwingen. Sondern sich als Paar und als Individuum in dem Moment anzunehmen. Wirklich anzunehmen. Und dann mit den Werkzeugen der Yoga Praxis zu arbeiten, mit bewusster Zweisamkeit zu arbeiten, um sich heranzutasten. Atem für Atem.

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